Zahnarztpraxis Raymund Bickel

» Allgemeine Informationen zu Implantaten
» Implantat oder Zahnerhaltung?
» Implantat-Systeme
» Technisches Vorgehen
» Vorraussetzungen für Implantate
» Werden Implantate abgestoßen?

Allgemeine Informationen zu Implantaten

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln aus Titan, die an Stelle eigener Zähne in den Kieferknochen gepflanzt werden. Titan ist der Werkstoff, aus dem auch andere „Ersatzteile“ für den Menschen gefertigt werden, z.B. Hüftgelenke. Abstoßungsprobleme gibt es also nicht.
Die Haltbarkeit eines Implantats wird heute wie die einer normalen Krone oder Brücke beurteilt; das sind etwa 10 – 15 Jahre. Manche sind sogar der Meinung, dass Implantate länger halten als ihr Träger lebt!
An der für das Implantat vorgesehenen Stelle wird das Zahnfleisch geöffnet, mit Spezialbohrern ein Loch gebohrt und das Implantat eingeschraubt.
Nachdem das Implantat in den Knochen eingewachsen ist, was ca. 3 Monate dauert, kann auf das Implantat ein neuer künstlicher Zahn aufgesetzt werden. Dieser Zahn ist für Sie wie ein eigener Zahn.
Dieser Eingriff hört sich ziemlich erschreckend an. Aber die Schmerzen und Unannehmlichkeiten während und nach einer Implantation sind weitaus weniger schlimm als erwartet. Im Normalfall tritt keinerlei Schwellung auf und die Schmerzen sind allenfalls am Operationstag so groß, daß Sie eine Schmerztablette benötigen.
Wenn mehrere Implantate gleichzeitig gesetzt werden, oder der Eingriff in den Knochen tiefer ist, dann vergrößert sich auch die Wahrscheinlichkeit unangenehmer Operations Begleiterscheinungen.

Die Kosten für ein Implantat setzen sich aus zwei Teilen zusammen:

  • dem operativen Teil, nur für das Einsetzen des Implantats. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt nur in absoluten Ausnahmefällen die Kosten. Privat versicherte Patienten haben normalerweise kein Problem bei der Erstattung. Die Beihilfe orientiert sich an der GKV, macht aber i.A. bei entsprechender Begründung kein Erstattungsproblem.
  • Dem prothetischen Teil, für das Anfertigen des Zahnersatzes auf dem oder den Implantaten; das ist je nach Ausführung und Ausdehnung des Zahnersatzes unterschiedlich viel. Eine ästhetisch hochwertige Frontzahnkrone ist natürlich teurer als eine rein funktionelle Backenzahnkrone. Die gesetzliche Krankenversicherung beteiligt sich im Rahmen der entsprechenden Festzuschüsse an den Kosten. Ebenso verfährt die Beihilfe. Privatpatienten haben Anspruch auf Erstattung in der im Versicherungsvertrag vorgesehenen Höhe.

Kosten für Knochenaufbaumaßnahmen kommen zusätzlich hinzu und sind von der GKV ebenfalls nicht gedeckt.
Implantate werden immer mehr zu einer verfügbaren Standardmaßnahme. Heute muß man sich die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, einen tief zerstörten Zahn mit aufwendigen Maßnahmen zu erhalten oder aber zu extrahieren und durch ein „gesundes“ Implantat zu ersetzen.

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Implantat oder Zahnerhaltung?

Eine allgemein gültige Aussage dazu gibt es nicht. In jedem Fall muss individuell entschieden werden, ob ein vorhandener, stark geschädigter Zahn erhalten und wieder aufgebaut wird, oder ob man diesen Zahn extrahiert und an diese Stelle ein Implantat setzt.
Diese Entscheidung ist abhängig von der persönlichen Lebenssituation des Einzelnen und den medizinischen Möglichkeiten. Gemeinsam mit Ihnen erarbeiten wir die für Sie optimal zugeschnittene Behandlung.

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Implantat-Systeme

Es gibt inzwischen eine große Zahl von Implantat-Anbietern. Heute sind sich alle auf dem Markt befindlichen Implantat-Systeme sehr ähnlich. Meist handelt es sich um Schrauben-Implantate, die aus Titan hergestellt sind. Titan ist ein Metall, das vom Körper gut angenommen wird und gegen das es keine bekannten Abstoßungsreaktionen gibt. Die Implantat-Oberfläche ist meistens vorbehandelt (sandgestrahlt / geätzt o.ä.) um ein optimales Anwachsen im Knochen zu gewährleisten.
Ein Implantat besteht normalerweise aus 2 Teilen: dem Teil, der im Knochen angewachsen ist und dem so genannten Aufbau, auf neudeutsch „Abutment“. Das ist der sichtbare Teil des Implantats. Auf dem Aufbau lässt sich der Zahn, der ersetzt wird, entweder zementieren, oder besser: kleben, oder aber auch festschrauben.
Mit den in meiner Praxis eingesetzten Implantat-Systemen habe ich bisher ausgezeichnete Erfolge erzielen können.
Wir arbeiten mit den Firmen Straumann/Schweiz und Camlog/USA. Beide sind Vollschrauben-Systeme, die sich nur im Design unterscheiden.
Die „Einheil-Quote“ liegt bei 99%.

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Technisches Vorgehen

Mit Hilfe von genormten Metallteilen (Kügelchen, Hülsen) wird eine Panorama-Röntgenaufnahme hergestellt. Damit lässt sich die optimale Lage und Länge des Implantats festlegen.
Im Backenzahnbereich ist es meistens hauptsächlich die Wiederherstellung der Kaufunktion, die mit der Implantation erreicht werden soll. Die Ästhetik spielt eine nicht so entscheidende Rolle.
Im Frontzahnbereich dagegen ist das Aussehen entscheidend. Die Erwartungen der Patienten sind hoch. Entsprechend präzise und vorausschauend muss die Planung für ein Frontzahn-Implantat sein.
Bei der Operation, die für ein Implantat etwa 30 Minuten dauert, wird an der gewünschten Stelle das Zahnfleisch geöffnet und mit einem Bohrer an der vorgesehenen Stelle ein Loch in den Knochen gebohrt. Anschließend schraubt man das Implantat ein und das Zahnfleisch wird wieder vernäht. Die Implantation findet unter lokaler Anästhesie statt.
Nach einer Woche werden die Fäden entfernt.
Drei Monate später, wird das Implantat freigelegt und wenn das Zahnfleisch sich eng um das Implantat gelegt hat, wird nach einem Abdruck bei uns im Labor die passende Krone angefertigt und einzementiert.
Bei einem persönlichen Beratungsgespräch wird Ihnen das Vorgehen auch mit Hilfe von Anschauungsmaterial erklärt.

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Vorraussetzungen für Implantate

Nicht immer ist ausreichend dicker und/oder hoher Knochen vorhanden, um Implantate einsetzen zu können. Für diese Fälle gibt es Knochenaufbau- und Knochenverpflanzungs-Operationen. Diese Operationen verkomplizieren natürlich eine Implantation und erhöhen das Risiko eines Mißerfolgs. Auch sind die unmittelbaren Folgen der Operation entsprechend schwerer (Schwellung, Schmerzen, etc.). Jeder Patient muß nach ausreichender Beratung selbst für sich entscheiden, welchen Aufwand er bereit ist für ein Implantat zu treiben.
Implantate können heute für fast alle Situationen nach Zahnverlust eingesetzt werden.

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Werden Implantate abgestoßen?

Wenn jemand erzählt, dass sein Körper das Implantat „abgestoßen“ hat, so ist das nicht richtig. Es hat irgendwo einen Fehler gegeben; entweder während der Operation oder während der Einheilphase.
Eine Abstoßungsreaktion auf Titan ist bisher nicht bekannt geworden; ebenso wenig eine allergische Reaktion. Jede sog. Endoprothese (künstliche Knie- oder Hüftgelenke etc.) besteht heute aus Titan.

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